Unternehmen des Monats

Umweltdruckhaus Hannover

Michael Basakidis; Foto: Umweltdruckhaus Hannover

Michael Barsakidis ist im Umweltdruckhaus Hannover verantwortlich für das Thema CSR. Das Umweltdruckhaus Hannover ist nicht nur eine Umweltdruckerei, sondern ein breit aufgestellter Anbieter umweltverträglicher Medienerzeugnisse. Das Unternehmen wurde 1994 gegründet und beschäftigt rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Michael Barsakidis
ist zudem Initiator und Koordinator der CSR Arena Hannover.
In der Verantworungspartner-Region Hannover ist er Mitglied des Initiativkreises.


Ihr Unternehmen hat seinen Sitz in der Verantwortungspartner-Region Hannover. Diese Region steht vor vielen wirtschaftlichen Herausforderungen, vor allem für mittelständische Unternehmen. Was spricht Ihrer Meinung nach für genau diesen Standort?

MB: Hannover ist ein sehr moderner Industriestandort und in Niedersachsen führend in den Bereichen Verkehr, Logistik, Kommunikation, Tourismus, Kongress- und Veranstaltungswesen. Der Wirtschaftsraum ist das Zentrum für Wachstum und Innovation in Niedersachsen. Zudem ist es ein sehr großes und überregionales Einzelhandels- und Dienstleistungszentrum. Den Menschen bietet die Region Hannover eine sehr hohe Wohn- und Lebensqualität mit tollen Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten. Neue Bürger finden ein vielfältiges und sehr gutes Serviceangebot vor.

Foto: Umweltdruckhaus Hannover

Warum und seit wann engagieren Sie sich im Sinne unternehmerischer Nachhaltigkeit?

MB: Tatsächlich führt jede Unternehmensentscheidung seit nun 20 Jahren zu Auswirkungen auf die Umwelt und auf die Menschen innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Die ökonomischen Herausforderungen verlangen zunehmend auch von uns die verstärkte Integration ökologischer und sozialer Belange sowie die Umsetzung entsprechender Maßnahmen. Wir sind uns bewusst, dass es jenseits aller Gesetze in allen drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales viele Handlungsfelder und Spielräume gibt, mehr für die Umwelt und mehr für ein humanes Arbeitsleben zu tun. Die Erfahrung zeigt dem Umweltdruckhaus, dass der Weg über einfache und kleine Aktivitäten bis hin zu strategischen CSR-Prozessen verläuft. In der strategischen Ausrichtung dieser Prozesse sehen wir auch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber unseren Marktbegleitern und wollen auch in Zukunft regionaler Vorreiter in der Branche sein.

In welchem Projekt arbeiten Sie im Rahmen von Verantwortungspartner-Regionen in Deutschland mit? Welches Thema treiben Sie als Unternehmen voran?

MB: In unserer Projektgruppe Standortqualität geht es darum, die Vorteile der attraktiven Arbeitsplatzangebote der KMU und die hohe urbane Lebensqualität der Region Hannover stärker ins Bewusstsein zu bringen und dadurch die Bindung an den Standort zu erhöhen.

Foto: Umweltdruckhaus Hannover

Warum liegt Ihnen dieses Thema am Herzen?

MB: Weil wir gerade im regionalen Mittelstand das höchste Potenzial zur Mitgestaltung der Standortattraktivität sehen. Nachhaltiges Denken, Wirtschaften und Handeln in allen Dimensionen der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung sichert hier die Zukunftsfähigkeit der Betriebe und der Region Hannover.  

Welchen Herausforderungen stehen Sie bei der Umsetzung Ihres Projekts gegenüber?

MB: Zu den vorrangigen Problemfeldern mittelständischer Unternehmen in unserer Region gehören die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Personalentwicklung. Für kleine und mittlere Unternehmen verschärft sich diese Problematik durch die Standortkonkurrenz der führenden Großunternehmen der Industrie und des Dienstleistungsbereiches, die in der Wahrnehmung vieler Arbeitnehmer sicherere, attraktivere und besser bezahlte Arbeitsplätze anbieten können.

Haben sich für Sie im Rahmen des Programms neue Partnerschaften ergeben? (z. B. mit Vereinen, Schulen, aber auch anderen Unternehmen)

MB: Die persönliche Netzwerkarbeit im Bereich CSR und Nachhaltigkeit konnte ausgebaut werden, dadurch bahnen sich weitere Kooperationen zum Thema der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung in der Region an.

Sie sind in zahlreichen anderen Unternehmensinitiativen aktiv. Gibt es Unterschiede zur Methode der Verantwortungspartner?

MB: Der Unterschied ist, wie bei diesem Programm durch aktive Mitarbeit aller Akteure so intensiv, praxis- und zielorientiert die Themen und Herausforderungen „Fachkräftemangel“ und „Arbeitswelt von morgen“ für die Region Hannover angegangen werden. Der hohe Stellenwert und Akzeptanz der Methode Verantwortungspartner spiegelt sich auch in der Gewinnung unseres Oberbürgermeisters Stefan Schostok als Schirmherr unserer Initiative wieder.

Was würden Sie jungen oder neuen Verantwortungspartner-Regionen mit auf den Weg geben?

MB: Es ist sinnvoll, dass sich wie in unserem Fall bei der Zusammensetzung des Initiativkreises ein bunter Branchenmix aus unterschiedlichen Unternehmensgrößen bildet. So wird eine große Zahl der KMU von Anfang an mit in den Prozess einbezogen und ein größeres Potenzial geschaffen.

Foto: Umweltdruckhaus Hannover

Ihr Unternehmen nimmt die CSR-Beratung für engagierte Unternehmen in Anspruch. Welche konkreten Vorteile hat Ihr Unternehmen von diesem zusätzlichen Engagement?

MB: Die CSR-Beratung mit der Workshop-Reihe führt im gesamten Umweltdruckhaus zur weiteren Schärfung sozialer, ökologischer und ökonomischer Unternehmensverantwortung gegenüber der Gesellschaft.
Auch für das bereits bestehende Engagement soll das Bewusstsein durch diesen Prozess gefestigt werden. Viele Erfolge sind im Bereich der Nachhaltigkeit bereits erzielt, ein CSR-Erstbericht liegt vor, weitere Potenziale sind bekannt. Das Umweltdruckhaus stellt sich zukünftigen Aufgaben, die bereits nach Lösungen rufen. Es nimmt dabei die Herausforderung für Mensch, Umwelt und Markt unter der Berücksichtigung von Kosten, Zeit und Qualität an.

Welche Herausforderung gehen Sie im Rahmen der individuellen CSR-Beratung in Ihrem Unternehmen an?

MB: Ziel ist es, die vom 7-köpfigem Projektteam erarbeitete Strategie durch die Entwicklung von weiteren Nachhaltigkeitsprozessen zu konkretisieren. Die Ergebnisse sind zu zwei „Missionen“ zusammengefasst: „FAIRantwortung – Kommunikationsfluss und Beteiligung“ sowie „FAIRantwortung – Interne Weiterbildung zur Nachhaltigkeit“. Die Prozesse wurden erfolgreich entwickelt und umsetzungsreif mit allen Mitarbeitern des Betriebes ausgearbeitet. Ab dem kommenden Jahr sind weitere externe Weiterbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter geplant. Denn der langfristige Erfolg des Umweltdruckhauses hängt von Wissen, Fähigkeiten, Talent, Innovation und Kreativität und – insbesondere – der Motivation der Mitarbeiter ab. Wenn wir wachsen, brauchen wir Menschen, auf die wir uns verlassen und an die wir Aufgaben abgeben können, so dass der Betrieb wachsen kann.

 

Foto: Umweltdruckhaus Hannover

Zeigen sich schon erste Erfolge durch das CSR-Programm?

MB: Ja, in beiden „Missionen“ sind bereits Maßnahmen konkret in der Umsetzung. Bei der internen Weiterbildung präsentieren und beschreiben sich zum Beispiel die einzelnen Fachabteilungen ihre Tätigkeitsfelder in ca. einstündigen Vorträgen vor allen Mitarbeitern des Umweltdruckhauses. Der Fokus liegt dabei sehr auf Nachhaltigkeit der gesamten Wertschöpfungskette innerhalb der jeweiligen Abteilung. Kritische Hinterfragungen der Kollegen sind dabei erwünscht und führen dadurch auch bereits zu Verbesserungen. Das gesamte Team wird durch diese Vorträge und den dabei entstehenden internen Wissenstransfer weiter in Bezug auf Nachhaltigkeit sensibilisiert. 

Foto: Umweltdruckhaus Hannover

Haben Sie bereits Ihr privates Umfeld mit dem Nachhaltigkeitsgedanken angesteckt?

MB: Auch diese Frage kann ich mit einem Ja beantworten. Im privaten Bereich ist es allerdings doch etwas schwieriger erfolgreich zu argumentieren als bei vielen unserer Geschäftspartner, die durch Nachhaltigkeit Wettbewerbsvorteile haben. Oft bekomme ich dann von Bekannten zu hören, dass man eh nichts ändern könne. Ab und an verweise ich in solchen Situationen auf eine bekannte Textstelle eines Songs der Band „Die Ärzte“: „Es ist nicht deine Schuld dass die Welt ist, wie sie ist, es wär‘ nur deine Schuld wenn sie so bleibt“.